Glanz in der guten Stube – Jugendstil und Art Déco im norddeutschen Alltag

Jugendstil und Art Déco – zwei spannende Epochen der gestalterischen Moderne im Blick des Niedersächsischen Freilichtmuseums

Ab dem 8. November 2026 ergänzt eine umfangreiche Ausstellung des Museumsdorfs Cloppenburg die am 18. Oktober eröffnete Präsentation attraktiver, golden glänzender Messingobjekte der Zeit zwischen 1900 und 1935, eine Sammlung des Deutschen Messingmuseums Krefeld.
Kunstgewerbe und Design wurden in ganz Europa um 1900 von einem frischen Wind ergriffen, der bisherige rückwärtsgewandte Historismus sollte überwunden werden. Die neue Gestaltung war ein Mittel, um auf Industrialisierung, Konsum, neue Wohnformen, technische Geräte, soziale Ansprüche und veränderte Lebensweisen zu reagieren.
Vom Reklameplakat bis zum Möbel, von der Wandfliese bis zum Zinngefäß, vom modernen Bodenbelag bis zu Besteck und Metallgerät zeigt sich: Gestaltung von 1900 bis 1930 war der Versuch, der Moderne eine Form zu geben.
Der Jugendstil entwarf dazu eine faszinierende Verbindung von Material und Form mit weichen, an der Natur angelehnten Linien und Ornamenten. Nach dem Ersten Weltkrieg wandelte sich die Gestaltung, passend zur technischen und medialen Moderne zur Formgebung von Bauhaus und Art Déco, die geometrischer, härter, dekorativer und oft stärker auf Wirkung angelegt waren.
Entworfen wurde für ein neues Leben — und zugleich für einen Markt, der dieses neue Leben kaufen, und benutzen wollte, aber so manches Mal auch erst davon überzeugt werden musste.
Während „Schimmernde Schönheiten“ den Blick auf glänzende Messingobjekte des Jugendstils und Art déco richtet, fragt „Glanz in der guten Stube“ anhand ausgewählter Beispiele, wie der neue Stil in Norddeutschland, in Häusern, Stuben und Alltagsgegenständen ankam.

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