Der „Sonnenstein kommt ins Rollen“

Als die ersten alten Pfannen über die Dachziegelrutsche sausten, war es für jeden offensichtlich: Die Translozierung der ehemaligen Diskothek „Zum Sonnenstein“ hat begonnen. Mit dem Abdecken des Daches und dem Rückbau des Dachstuhls ist der erste Meilenstein der Umsetzung erreicht. Am 6. August 2018 wurden die Arbeiten an der Außenhaut des „Steins“ mit einem offiziellen Pressetermin gestartet. Neben einigen Vertretern von Tageszeitungen, war sowohl das Radio als auch das Fernsehen vor Ort und hat sich über das Projekt informiert. Die Museumsdirektorin Dr. Julia Schulte to Bühne, die Projektleiterin Victoria Biesterfeld M.A., sowie Dr. Michael Schimek (Leiter bauhistorische Abteilung) und Dr. Eike Lossin (Sammlungsleiter) aus dem Museumsdorf standen den zahlreichen Pressevertretern ebenso Rede und Antwort wie der baubegleitende Architekt Hermann Dunkler-Gronwald.

Besonders begehrt waren am Montag die Aufnahmen der Dachziegelrutsche und der Zimmerleute des Museumsdorfs, die auf den Sparren arbeiteten. Interviews mit dem ehemaligen DJ Hans Freitag aus Harpstedt waren gleichfalls sehr gefragt. Der Rat des Fleckens Harpstedt war durch den Bürgermeister, Herrn Stefan Wachholder, und weitere Ratsmitglieder vertreten. Besonders gefreut hat uns, dass auch die ehemaligen Besitzer, Gunda und Klaus Sengstake, kurz vorbeigeschaut haben. Etwas Wehmut war dabei, als das Loch im Dach immer größer wurde und sich die Behälter mit den alten Dachziegeln füllten. Die Freude, dass ihr „Stein“ wieder im Museumsdorf Cloppenburg aufgebaut wird, überwiegt jedoch.

Die alten Dachziegel werden ebenso wie die Hölzer des Dachstuhls vom Museumsdorf gesichert und eingelagert, um später wiederverwendet zu werden. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, geht es mit der Fassadenzerteilung weiter. Eine Spezialfirma aus Süddeutschland wird die Außenhülle in acht Teile zersägen und dann mittels eines Tiefladers nach Cloppenburg transportieren. Dort wartet bereits das fertige Fundament auf die Wandteile, die dort sofort wieder auf- und zusammengesetzt werden – ähnlich wie bei einem Fertighaus. Da der Tieflader eine Länge von ca. 22 m haben und die Rangierhöhe bei ca. sechs Metern liegen wird, muss der Transport in der Nacht vorgenommen werden, um den Straßenverkehr möglichst wenig zu behindern.
(7.08.18 wt)
Fotos: S. Witte, Museumsdorf.

Abbildungen:
Architekt Hermann Dunkler-Gronwald auf dem Dach mit Sat1
Dr. Julia Schulte to Bühne im Gespräch mit Sat1
Dachziegelrutsche
Gebäudeansicht „Sonnenstein“

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