Noch ein Jahr, dann soll der „Sonnenstein“ im Museumsdorf Cloppenburg wieder seine Türen öffnen. Der Beginn des letzten Abschnittes der Translozierung war dem Museumsdorf ein Baustellenfest am 20. September 2019 im Rohbau des „Steins“ wert.
Über 170 Gäste waren der Einladung gefolgt und konnten sich bei strahlendem Sonnenschein über die Fortschritte bei der Gebäudewiedererrichtung und der wissenschaftlichen Forschung informieren.

Bereits der Einlass am Bauzaun ließ bei einigen Besuchern Discogefühle aufkommen: Für jeden gab es zur Erinnerung Einlassbändchen mit dem „Sonnenstein“-Logo und dem Datum des Baustellenfestes. Außerdem konnten Karten zu Lieblingsdiscomusik und mit Erinnerungen an die Discozeit ausgefüllt werden. Gesammelt wurden diese Karten in einer übergroßen Discokugel neben der alten Steintheke im Discoraum.
Auf den Tischen standen stilecht Salzstangen bereit und als kleine Überraschung gab es Traubenzucker mit „Stein“-Schriftzug.

Ehemalige DJs aus dem „Sonnenstein“ sorgten den ganzen Nachmittag für die musikalische Unterhaltung. DJ Hans, der für die 70er bis 80er Jahre zuständig war und DJ Potter, der im Anschluss die 90er-Jahre-Musik auflegte. Discofeeling verbreiteten auch Lichteffekte, die Helmut Wilken vom Museumsdorf extra für diese Veranstaltung aus dem Fundus des „Steins“ rausgesucht und gemeinsam mit den Handwerkern des Museumsdorfes installiert hatte.

Die Museumsdirektorin Dr. Julia Schulte to Bühne erläuterte in ihrer Rede die bisherigen Translozierungsschritte und die kommenden Meilensteine bis zur Eröffnung im September 2020. Die ehemalige Diskothek ist das erste Gebäude der geplanten Nachkriegssiedlung, in welcher die Zeit seit 1950 dargestellt werden soll. „Die Veränderungen in den Bereichen Konsum, Freizeit und Mobilität lassen sich hervorragend am Beispiel des „Sonnensteins“ vermitteln. Diese Themen werden den Kern des neuen Gebäudekomplexes bilden, der noch um einige Häuser erweitert werden wird“, so die Direktorin. Zum Abschluss der Rede wurde das bekannte „Sonnenstein“-Gemälde gemeinsam mit der Projektkoordinatorin Victoria Biesterfeld enthüllt. Am Tag zuvor war erstmals die schützende Holzverschalung durch den Restaurator entfernt worden. Glücklicherweise ist das Gemälde ohne Schaden nach Cloppenburg gekommen.

Mit den Klängen von ABBA und Boney M. im Hintergrund konnten die Gäste nun die verschiedenen Stationen in der Disco besuchen und sich informieren. Großformatige Fotos aus der Glanzzeit des „Steins“ ließen viele an die eigenen zurückliegenden Discobesuche denken.

Im ehemaligen Clubraum luden zahlreiche Objekte aus dem „Sonnenstein“ zu Gesprächen ein. Daneben konnten Planen mit 80er Jahre Outfits übergezogen und Fotos gemacht werden.
In der früheren Küche hatte der begleitende Architekt Hermann Dunkler-Gronwald Gebäudepläne und eine Dia-Show vorbereitet. Nebenan konnten erste filmische Eindrücke bestaunt werden. Christoph Heinzel, der die Translozierung seit Beginn mit der Kamera begleitet, hatte einen zehn-minütigen Film zusammengeschnitten. Im letzten Raum informierte der wissenschaftliche Mitarbeiter Werner Straukamp über die Entwicklung der Diskotheken-Szene entlang der B213 und über weitere Strömungen in der Jugendkultur. Die Stationen waren stets gut besucht und es konnten zahlreiche Gespräche mit Interessierten geführt werden.

Für das leibliche Wohl gab es einen Tresen an der Stelle der früheren Holztheke und im Außenbereich einen Imbisswagen. Das schöne Wetter lockte zunächst viele Besucher nach draußen, später wurde jedoch auch die Tanzfläche genutzt. Die gesamte Veranstaltung wurde von einem Film-Team des NDR begleitet, der eine Dokumentation über verschiedene Diskotheken auf dem Land produzieren wird. Der Sendetermin wird im kommenden Frühjahr sein.
Wir bedanken uns bei allen, die zum Erfolg des Baustellenfestes beigetragen haben!
(25.09.2020 wt)
Fotos: Eckhard Albrecht

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