„Zusammen ist man nicht allein – wie junge Menschen feiern”: So lautet der Titel der neuen Sonderausstellung, die ab dem 6. August im Museumsdorf Cloppenburg zugänglich ist.  In der Ausstellung geht es um Feste und Festanlässe junger Menschen im Oldenburger Münsterland: vom Abtanzball (mit 14 Jahren), über das Einmehlen (mit 16 Jahren), Abi-Feiern, Junggesell:innen-Abschiede bis zur Geburt der eigenen Kinder. Die Ausstellung ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturanthropologie des Oldenburger Münsterlandes (KAI-OM) und wurde von der Volontärin Malaika Winzheim konzipiert. Zur Ausstellung erscheint auch ein Begleitband.

Die Lebensphase Jugend umfasst eine Zeit, die von einer Fülle an neuen Erfahrungen geprägt ist. Inzwischen kann jede:r aus einer Vielzahl an Möglichkeiten wählen und auf diese Weise die Freizeit individuell passend gestalten. Ob es das heimische Schützenfest ist, der Abtanzball mit seinen Diskopartys, besondere Anlässe wie Geburtstage oder Hochzeiten oder die jährlich stattfindenden saisonalen Ereignisse wie Osterfeuer, Maigang und Pfingstbaumsetzen: Die vielfältigen und vielseitigen Feiermöglichkeiten bieten den jungen Menschen einen Gegenpol zu ihrem gewohnten Alltag. Als die Corona-Pandemie in den letzten knapp zwei Jahren das Miteinander erschwert hat und dafür sorgte, dass viele Veranstaltungen ausfielen und das Vereinsleben ruhte, zeigte sich in besonderer Weise, wie wichtig diese Elemente in der Jugendphase sind und wie sehr sie nachhaltig das Leben der einzelnen Akteur:innen beeinflussen.
In der Ausstellung zu sehen sein werden ansprechende und abwechslungsreiche Ausschnitte der vielseitigen Festivitäten der regionalen Jugendkultur in Form von privaten Fotografien und ausgewählten Objekten, die eine Einsicht in die subjektiven Lebenswelten bieten. Grundlage des Projekts bilden Interviews mit jungen Menschen der beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta. Inhaltlich knüpft sie an die Sonderausstellung „Was geht?! – Von Feiern und Festen im Nordwesten“ an, welche im Sommer 2020 eröffnet wurde. Dabei greift sie jedoch explizit den Teilaspekt der Festkultur junger Menschen im ländlichen Raum Oldenburger Münsterland auf. Die systematische Untersuchung von Formen und Funktionen dieser Festkultur und ihrer Bedeutung für die Lebens- und Alltagswelt junger Menschen schafft ein Bewusstsein für die Lebensphase Jugend. Ziel der Ausstellung ist es, aufzuzeigen, dass es sich bei der „Jugend“ nicht um eine homogene soziale Gruppe handelt, sondern vielmehr um eine Lebensphase, in der Akteur:innen sehr komplex und facettenreich agieren. Im Fokus stehen dabei Bräuche und Rituale, die zu bestimmten Anlässen stattfinden und die charakteristisch für die Region sind. Besonderer Berücksichtigung unterliegt dabei die Bedeutung von Freundescliquen, Vereinen, Nachbarschaften und anderen sozialen Verbänden, wie etwa der Landjugendbewegung.

 

 

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