„Depot-Dienstag“, 23. Februar 2021

 

Ronning Kaffee-Schränkchen
Zum Depotdienstag zeigen wir euch heute mal wieder ein Objekt aus unserem Sammlungsschwerpunkt Nachkriegszeit! Diesmal: Dieses Ronning Kaffee-Schränkchen aus den 50ern.
Bremen ist auch als "Kaffehauptstadt" bekannt, Ronning Kaffee nahm darin lange einen festen Platz ein.
Carl Ronning, geboren 1863 in Bielefeld, arbeitete zunächst bei Roselius & Co, bevor er 1894 seine eigene Firma gründete. Diese verkaufte zum ersten Mal abgepackten Kaffee. Zum Unternehmen gehörte auch eine Rösterei. Die Kaffeebohnen importierte Ronning anfangs, später bezog er sie von seinen eigenen Kaffeeplantagen in Ostafrika.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Firmengebäude in der Sögestraße zerstört. Otto Ronning ließ 1949/50 ein neues Haus auf dem Firmengelände errichten. Der Name Ronning steht noch heute an der Fassade - Die Firma existiert inzwischen allerdings nicht mehr. Sie wurde 1966 inklusive Großrösterei von Melitta übernommen!

„Depot-Dienstag“, 16. Februar 2021

Lederjacke
Diese extravagante Lederjacke gehört keiner geringeren als Gunda Sengstake, die lange Jahre gemeinsam mit ihrem Mann Klaus die Diskothek "Zum Sonnenstein" betrieben hat! Die rote Jacke mit Schulterpolstern und Verzierungen, die vom Stil her an die Discobands der 70er Jahre erinnert, zählt zu einem ihrer bekanntesten Outfits.

Gunda galt unter den Sonnenstein-Besucher*innen aufgrund ihres Kleidungsstils als "Paradiesvogel", aber auch als modisches Idol und als Trendsetterin. Unauffällig war nicht ihr Ding, lieber wählte sie knallige Farben, schrille Muster wie beispielsweise Leoprints oder ausgefallene Schnitte. Die kostspieligen Einzelstücke erstand sie zum Beispiel in den Boutiquen Hamburgs. Auch dadurch stach Gunda, die meist hinter der großen Bar oder der Sektbar arbeitete, immer irgendwie aus der feiernden Masse heraus.

„Depot-Dienstag“, 09. Februar 2021

Kranenkanne
Datierung: Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts
Stoff/Technik: Zinn
Hersteller: Glan, Gerhard Anton von (1824-1890, Meister seit 1855)

Bauchiger Gefäßkörper mit schlankem Hals auf drei geschweiften Beinen, tief angesetzter Zapfhahn mit Kranschlüssel aus Messing. Ein geschweifter Henkel mit angedeuteter Daumenruhe. Hoch gewölbter Deckel mit Profilstreifen und urnenförmigem Knauf. Lackmalerei auf schwarzem Grund florale Motive in gold und braun. Stempel "Leer".
Kranenkannen wie diese Kanne aus Zinn waren auch unter dem Namen "Dröppelminna" bekannt! Der Grund: Der Kaffeesatz, der zur damaligen Zeit noch in der Kanne blieb, verstopfte oftmals den Hahn, sodass der Kaffee nur noch heraustropfte oder "dröppelte"!

„Depot-Dienstag“, 02. Februar 2021

Tintengeschirr
Datierung: 1750 bis 1814
Stoff/Technik: Keramik, Steingut; aus Platten aufgebaut
Scherben: gelb- weiß, Glasur: weiß grundiert, grün marmoriert

Dieses kastenförmige Tintengeschirr mit vorgesetzter Federablage ist ein Produkt der Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik und Tonwarenfabrik Schleiß G.m.b.H. Es stammt aus der Sammlung Friedrich Soennecken.
Die Federablage und der Kasten sind durch Voluten mit kleinen Zierknöpfen verbunden. Zwischen den Aussparungen für ein Tintenfass und einen Sandstreuer befindet sich ein Loch, das als Kerzenhalter dient. Auch drei Federkielhalter lassen sich in dafür vorgesehenen Löchern unterbringen!
Der Sammler Friedrich Soennecken, geboren am 20. September 1848 in Dröschede (heute Stadt Iserlohn) und gestorben am 2. Juli 1919 in Bonn war der Gründer des Büromittelherstellers Soennecken und entwickelte die Rundschrift mit Rundschriftfedern (Gleichzugfedern).

„Depot-Dienstag“, 27. Januar 2021

Schöfel
Für den heutigen #Depotdienstag haben wir uns im Depot auf die Suche nach winterlichen Objekten gemacht. Dabei haben wir diese Holzschlittschuhe, oder "Schöfel", gefunden! Sie verfügen über Eisenbeschläge und Lederriemen. Der Besitzer Rudolf W. (geb. 1936, aus Ostfriesland) berichtete:

"Woher wir die Schöfel bekamen, weiß ich nicht mehr; ich glaube, man konnte sie beim Schmied kaufen, der auch die Schöfelkufen herstellte. Die Größe der Schöfel war nicht so entscheidend, da die Schöfel ja recht locker unter die Schuhe oder Gummistiefel gebunden wurden, sie durften schlackern. Wir gingen dann zum ca. 1 km entfernten Kanal, überprüften sorgfältig, ob das Eis auch tragfähig war, banden die Schöfel unter und glitten übers Eis. (...) Am Sonntag, wenn schulfrei war, fuhren wir – es waren immer ca. 10 Kinder und Jugendliche gleichzeitig auf dem Eis – (wir waren eine fröhliche Mischung aus einheimischen Kindern und Flüchtlingskindern!) - auf dem Kanal bis zum Großen Meer in der Nähe von Emden. Das Große Meer war für uns eine riesige Eisfläche (sofern schneefrei), allerdings auch gefährlich, da es immer offene – also eisfreie oder dünneishaltige Löcher gab. Aus solch einer Fläche konnte man wunderbar swoien. Swoien war für Jugendliche etwas sehr Schönes, da ein Paar aus einem Jungen und einem Mädchen gemeinsam (schön untergehakt!) die Bögen ins Eis schnitt: Zuerst nach rechts, dann nach links – und das minutenlang. (...)"

„Depot-Dienstag“, 19. Januar 2021

Baschlikmütze
Passend zur Jahreszeit stellen wir Ihnen heute diese Baschlikmütze aus unserer Sammlung vor! Sie besteht aus Loden und Kunstleder, innen ist karierter Stoff eingearbeitet sowie ein Papierschild, das die Größe 51 anzeigt. Auffällig ist der kleine weiße Plastikanstecker in Form eines Skiläufers, der vorne an der Mütze befestigt ist. Die Mütze wurde vermutlich in den 50ern bzw. den frühen 60er Jahren hergestellt.
Ein Baschlik (von türk. baş „Kopf“, bzw. başlık „Kopfbedeckung“) ist eigentlich eine kapuzenähnliche Kopfbedeckung, die asiatische Reitervölker zum Schutz vorm Wind über ihren Helmen trugen. Im Rahmen der Befreiungskriege Anfang des 19. Jahrhunderts brachten die Kosaken sie dann nach Deutschland. Die deutschen Freiheitskrieger griffen das Konzept auf und ergänzten ihre Tschakos um Klappen, damit ihre Ohren warm blieben. Daraus entwickelte sich schließlich die Baschlikmütze. Ob bei der Bundeswehr, als grüne Forstmütze, auf dem Kopf von Briefträgern oder Zollmitarbeitern – An der Baschlikmütze kam man lange Zeit nicht vorbei. Heute greifen beispielsweise die Mitarbeitenden der Post eher zur Basecap. Der Baschlikmütze begegnet man trotzdem nach wie vor, auch wenn sie inzwischen eher zum modischen Statement avanciert ist.

„Depot-Dienstag“, 22. Dezember 2020

Feldpostbrief
Dieser Feldpostbrief aus dem Ersten Weltkrieg ist zur Zeit in unserer Ausstellung "Was geht?!" Von Feiern und Festen im Nordwesten zu sehen.
Weihnachten an der Front? Der Versand von kleinen Weihnachtsbäumen fand 1914 die Unterstützung der Generalität - schließlich galt es, die Moral der Truppe hoch zu halten. Der Effekt war jedoch ein anderer: Heiligabend schwiegen beiderseits der Westfront die Waffen und die verfeindeten Soldaten feierten gemeinsam in den Schützengräben. Am 1. Weihnachtsfeiertag verboten die Oberbefehlshaber diese Verbrüderung. Der "Weihnachtsfrieden" ging allerdings in die Geschichte ein!

„Depot-Dienstag“, 8. Dezember 2020

Feuerkieke
Heute ist wieder #Depotdienstag. Auch dieses Mal stellen wir Ihnen ein Objekt vor, dass vor allem zur kalten Jahreszeit passt. Es handelt sich um einen Fußwärmer aus Messing, der aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt. Durch den Henkel ließ er sich bequem tragen und wurde daher zum Beispiel oft in die Kirche mitgenommen.

„Depot-Dienstag“, 1. Dezember 2020

Vinylplatte "Der fröhliche Adventskalender"
Heute haben wir einmal tief in unserer Plattensammlung gegraben und neben verschiedenen Weihnachts-Schallplatten dieses ganz besondere Exemplar von 1977 gefunden: Eine Platte, die gleichzeitig ein Adventskalender ist! Denn in der Hülle sind 24 aufklappbare Fensterchen integriert. Auf der Vinylplatte selbst befinden sich vier Weihnachtsklassiker.
Adventskalender sind Zeitmesser für die Tage bis zum Weihnachtsfest. Vor allem Kinder verfolgen damit gern das Voranschreiten der Adventszeit. Solche Zeitmesser sind schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Erste einfache Methoden waren zum Beispiel 24 Kreidestriche am Türrahmen oder das stückweite Abbrennen einer Kerze. 1903 veröffentlichte der Verleger Gerhard Lang in München dann den ersten gedruckten Adventskalender mit 24 Versen. Mit Schokolade gefüllte Kalender kamen schließlich ab den1930er Jahren auf. Heute gibt es unendlich viele Variationen an Kalendern!

„Depot-Dienstag“, 24. November 2020

Historische Aufnahmen vom Ammerländer Pferdekarussell
Zum heutigen #Depotdienstag werfen wir einen Blick in unser Archiv.
An einem Dienstag vor fast genau 40 Jahren, nämlich am 25. November 1980, erschien ein Artikel im Ammerland-Bote, in dem es um das Ammerländer Pferdekarussell des Rasteder Schaustellers Friedrich Heinemann ging. Die Schlagzeile lautetet: "Alt -Ammerländer Pferdekarussell kommt unter den Eifelturm". "Onkel Heinemann" und sein nostalgisches Karussell durften damals auf keinem Jahrmarkt der Region fehlen und waren sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen sehr beliebt. Umso größer war natürlich die Enttäuschung, als der Schausteller im Jahr 1980 zum letzten Mal auf Tournee ging. Das damals 80 Jahre alte Pferdekarussell wurde verkauft und sollte zum Leidwesen seiner Fans zukünftig seine Runden unter dem Eifelturm drehen.
Durch den Artikel wurden Bürger- und Heimatvereine aufmerksam und machten sich stark für das Karussell. Gerade noch rechtzeitig wurde das Fahrgeschäft mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen zurückgeholt. Am 8.1.1981 berichtet die Nordwestzeitung:
"EXPORT nach Frankreich verhindert - Nostalgie-Pferdekarussell für das Museumsdorf 'gerettet'"
Zu Pfingsten 1981 wurde das Ammerländer Karussell zum ersten Mal vor der Münchhausenscheune aufgebaut. Seitdem ist es zu einem unverzichtbaren Bestandteil unserer Dorfkirmes geworden!

„Depot-Dienstag“, 17. November 2020

Bernsteinkette
Es ist wieder #Depotdienstag! Diese prunkvolle Bernsteinkette (Kr, Grafschaft Schaumburg-Lippe) mit silbernem Kastenschloss ist auf das Jahr 1901 datiert. Die Bernsteinkette, die auch „Bernsteinkralln“ genannt wird, ist ein fester Bestandteil der Lindhorster Tracht. Die Braut erhielt das wertvolle und repräsentative Schmuckstück als Mitgift oder auch als Brautgeschenk zur Hochzeit. Ins Schloss waren meist die Initialen des Brautpaares – hier „E.M.S.G.“ – eingraviert. Die Kette wurde bei der Hochzeit getragen und um das sogenannte „Krallenband“, einen Bänderschmuck, den man hinten an die Kette hing, ergänzt.
Die Kette ist übrigens auch in unserer aktuellen Sonderausstellung "Was geht?" Von Feiern und Festen im Nordwesten zu sehen. Dort stellen wir eine komplette Tracht aus!

„Depot-Dienstag“, 3. November 2020

Steyr 680 M
Heute stellen wir Ihnen ein ganz besonderes Objekt aus unserer Sammlung vor. Es handelt sich um einen Neuzugang, der gerade letzte Woche frisch bei uns eingetroffen ist!
Insgesamt 8 Fahrzeuge hat eine Familie aus dem Landkreis Aurich im Rahmen einer Schenkung an das Museumsdorf übergeben. Darunter ist neben sieben Traktoren auch dieser Lastwagen des ehemaligen österreichischen Konzerns Steyr Daimler Puch A.G. Der Steyr 680 M, der in den 1960er bis 1980er Jahren gebaut wurde, kam vor allem im österreichischen Bundesheer zum Einsatz und wurde dort insbesondere für den Transport von Versorgungsgütern sowie Personen verwendet. Erst im Jahr 2007 wurden die inzwischen legendären Fahrzeuge außer Dienst gestellt.
Der Wagen, Baujahr 1971, hat einen Hubraum von 5975 cm³ und ist umlackiert und umgestaltet worden. Zur Abholung der allesamt fahrbereiten Fahrzeuge hat sich unser Sammlungsleiter Dr. Eike Lossin mit einem kleinen Team persönlich auf den Weg nach Ostfriesland gemacht. Wir freuen uns sehr über diese tolle Schenkung und sagen vielen Dank! Derzeit arbeiten wir an einem Konzept, die Fahrzeuge in die bereits vorhandene Fahrzeugsammlung zu integrieren.

„Depot-Dienstag“, 27. Oktober 2020

Porzellankännchen
Am heutigen #Depotdienstag stellen wir Ihnen dieses kleine Porzellan-Kännchen aus unserem Keramik-Magazin vor. Das Objekt ist 19 cm hoch, mit Deckel 22 cm, und stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es trägt die Pharmazeutische Inhaltsangabe "MEL ROSATUM", zu Deutsch "Rosenhonig".
Kannen wie diese wurden üblicherweise in Apotheken verwendet, denn sie waren besonders für flüssige und dickflüssige Zubereitungen gut geeignet: Aus ihnen konnte, ohne Hilfsmittel zu benutzen, der Inhalt gut dosierbar entnommen werden. Der Deckel hat eine "Nase", die durch Drehen eine Verriegelung ermöglicht. Vorteil war, dass der Deckel beim Schräghalten der Sirupkanne nicht herunterfallen konnte. Rückseitig ist ein langer Schnabel, der als Ausguss dient, ähnlich wie bei einer Teekanne.

„Depot-Dienstag“, 13. Oktober 2020

Petroleumlampe
Die Tage werden allmählich kürzer und wir ziehen uns vor der Kälte und Dunkelheit nach drinnen zurück. Dabei knipsen wir ganz selbstverständlich unsere Deckenlampen, die ein oder andere Stehlampe oder, für mehr Gemütlichkeit, die Lichterkette in Schneeflocken-Form an. Doch welche Leuchtmittel nutzten die Menschen eigentlich um 1900?
Petroleumlampen wie diese wurden häufig noch bis ins 20. Jahrhundert hinein verwendet und werden auch heute noch hergestellt. Petroleum ist ein Lampenbrennstoff, der aus Erdöl gewonnen wird. Im Gegensatz zu tierischen oder pflanzlichen Ölen, die in den herkömmlichen Öllampen verwendet wurden, ist Petroleum leichter brennbar und war damals zudem erschwinglicher.
Eine Petroleumlampe ist meist wie folgt aufgebaut: Unten befindet sich der Tank, hier in einen vasenähnlichen Behälter eingelassen. Auf dem Tank ist der Brenner aus Metallguss angebracht. Mit dem sogenannten Dochttrieb oder Dochtstellrad kann der Docht auf- und wieder abgedreht werden, so wird die Höhe der Flamme reguliert. Durch die Kapillarwirkung im Docht steigt das Petroleum nach oben. In den Metallkranz wird noch ein Glasyzylinder gesteckt, einige Lampen besitzen zudem einen Blendschirm!

„Depot-Dienstag“, 15. September

Dual Party 1004
Es ist mal wieder #Depotdienstag! Dieses Mal geht's zurück in die Zeit um 1960, als es weder CDs, geschweige denn Online-Streaming-Dienste gab und die Menschen noch auf Platten zurückgriffen, wenn sie Musik hören wollten. Hier seht ihr einen Plattenspieler mit Verstärker, den Dual Party 1004. Es handelt sich um ein Koffergerät mit Netzteil, das ein Gehäuse aus Holz mit Textil- beziehungsweise Kunststoffbespannung besitzt. Mit dem Aufkommen der ersten Stereoplatten Ende der 1950er Jahre wurde der Plattenspieler Dual 1004 für Stereosyteme umgerüstet. Wichtigstes optisches Merkmal am neuen Dual 1004S ist dann auch die Mono/Stereotaste, die neben der Tonarmstütze angebracht ist.
Abspielgeräte mit elektrischem Antrieb gibt es übriges seit den 1920er Jahren. Zuvor wurden Grammophone noch per Hand oder auch mit einem Federwerk angetrieben. Bis zum Aufkommen von Kassetten ab 1963 und der Entwicklung von CDs ab 1982 besaßen Platten und Plattenspieler eine Vormachtsstellung, gerieten dann jedoch fast in Vergessenheit. Heute erlebt die Platte ihr Revival und wird von vielen aufgrund ihres Klangs oder auch wegen des nostalgischen Gefühls geschätzt!

„Depot-Dienstag“, 8. September 2020

Fürstenberg Porzellan
Dieses Mal stellen wir Ihnen, passend zum herbstlichen Wetter, ein Tee- und Kaffeeservice aus unserer Sammlung vor! Das von 1763 bis 1770 gefertigte Geschirr stammt aus der Familie des Badberger Notars Jürgen Meessmann (1737-1827). Es handelt sich um Porzellan der Manufaktur Fürstenberg, das mit einer dekorativen Aufglasurmalerei versehen ist. Das Dekor, das sich aus üppigen Blumenbouquets zusammensetzt, trägt den Namen „Bunte Blume“ und ist noch heute erhältlich.
Durch Heirat gelangte das Porzellan im Rokokostil im Jahre 1923 auf den Hof Wehlburg. Eine Kopie des Services könnt ihr auch heute noch in der Stube der Wehlburg bewundern, während das Original-Geschirr im Depit untergebracht ist. Das Service zeugt vor allem vom Wohlstand sowie vom Standesbewusstsein der damaligen ländlichen Oberschicht. Denn gerade das gemeinsame Kaffeetrinken war ein teures Vergnügen, das sich nicht jede Familie leisten konnten.

„Depot-Dienstag“, 18. August

Schreibschrank
Zum #Depotdienstag stellen wir Ihnen heute ein Möbelstück vor, das seit Ende des 18. Jahrhunderts aus vielen Stuben nicht mehr wegzudenken war. Die Rede ist vom Schreibschrank! Auch in vielen bäuerlichen Haushalten fand man einen solchen, denn die Schriftlichkeit gewann auch auf dem Land immer stärker an Bedeutung. Das Möbelstück vereinte dabei verschiedene Funktionen. Der untere Bereich war meist mit mehreren Schubfächern versehen, in denen Schriftstücke aufbewahrt wurden. Daneben wurden teilweise auch Wertgegenstände in dem Möbelstück untergebracht - in eigens dafür vorgesehenen Geheimfächern!

„Depot-Dienstag“, 11. August 2020

Jahrmarktsorgel
Am heutigen #Depotdienstag stellen wir Ihnen unsere Jahrmarktsorgel vor, die kürzlich aus den Niederlanden zurückgekehrt ist! Dort wurde das Modell 33 des Herstellers Ruth & Sohn aus Waldkirch, Baujahr 1913, restauriert. Die Orgel befindet seit 1980 bei uns im Bestand und ist das Herzstück unseres Alt-Ammerländer-Pferdekarussells.
Jahrmarksorgeln, auch Kirmes- oder Karussellorgeln genannt, gehören zur Gattung der mechanischen Musikinstrumente und sind unter anderem eng verwand mit der Drehorgel. Schausteller nutzten sie ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt, um ihre Vergnügungsbetriebe, wie etwa Karussells oder Reitschulen, für das Publikum attraktiver zu machen. Unter den Schaustellern begann schon bald ein Wettbewerb, die größte und lauteste Orgel zu besitzen!

„Depot-Dienstag“, 28. Juli 2020

Zapfwellenbindmäher SH
Haben Sie sich schon mal gefragt, was das für Haufen auf den Feldern sind und welchen Zweck sie haben? Diesen Fragen gehen wir heute, am #Depotdienstag , auf den Grund! Dafür schauen wir uns ein technisches Objekt aus unserer Landmaschinen-Ausstellung an. Dieser Zapfwellenbindemäher SH der Fella-Werke wurde 1962 gebaut und hat eine Leistung von ca. 1 ha pro Stunde. Mähbinder kommen ursprünglich aus den USA und wurden anfangs noch von drei bis vier Pferden gezogen. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft ersetzten dann jedoch Traktoren die Arbeitstiere. Mähbinder beschleunigten den Mähprozess erheblich. Denn während die Menschen vorher die Garben mühsam selbst per Hand zusammenbinden mussten, übernahm der Mäher diese Aufgabe nun direkt mit: Die Maschine mäht mit einem Mähbalken das Getreide, bindet es mit Bindfäden zu Garben zusammen und legt dann die Garben so ab, dass mehrere davon aneinanderstehen. Diese kleinen Haufen werden auch "Hocken" oder "Diemen" genannt und haben den Zweck, dass die Ähren gut nachtrocknen können.

„Depot-Dienstag“, 30. Juni 2020

Tischgong
Heute stellen wir Ihnen mal wieder ein Objekt vor, das gut zu unserem Jahresmotto "Von Feiern und Festen im Nordwesten" passt. Dieser Tischgong stammt aus einem Quakenbrücker Haushalt und ist zusammen mit verschiedenen anderen Objekten von dort zu uns ins Museumsdorf gelangt.
Der Messinggong hat abgerundete Ecken und ist in ein Gestell aus Messing und Holz eingehängt. Zu dem Objekt gehört außerdem ein Klöppel, dessen Kopf aus Filz besteht. Tischgongs wie dieser kamen in den 50er Jahren zunehmend in Mode. Mit dem Schlag auf den Gong signalisierte man, dass das Essen fertig war und die Mahlzeit eingenommen werden konnte!

„Depot-Dienstag“, 23. Juni 2020

Postfernsprecher W48
Dieser Tischfernsprechapparat wirkt in Zeiten von Smartphone und Co. wie aus der Zeit gefallen - dabei gehört er lange Zeit zum festen Inventar jeder westdeutschen Postfiliale. Es handelt sich um den Postfernsprecher W48, der ab 1948 von verschiedenen Herstellern wie Siemens oder Miele produziert wurde. Dieses Exemplar ist aus dem Jahr 1954 und hat noch eine umflochtene Hörerschnur. Ab den sechziger Jahren stieg man dann zunehmend auf Spiralschnuren aus Kunststoff um.

„Depot-Dienstag“, 16. Juni 2020

Ehrenkreuz von Gerhard Haake
Es ist wieder #Depotdienstag und damit Zeit für ein spannendes Objekt aus unserer Sammlung! Dieses Mal: Das Ehrenkreuz, das Gerhard Haake aus Cappeln im Jahr 1926 durch die Vereinigten Drei Oldenburgischen Kammern verliehen wurde. Haake erhielt das Kreuz "für seine Verdienste um den Obst- und Gartenbau". Warum diese Auszeichnung für uns so interessant ist? Gerhard Haake steht, wie der Name schon vermuten lässt, mit dem Hof Haake (ehemals Hof Schwepe) in Verbindung. Und dieser befindet sich seit 1950 bei uns im Museumsdorf! Gemeinsam mit Ehefrau Jenny erbte Haake den Hof im Jahr 1905 und beschäftigte sich in den folgenden Jahren intensiv mit dessen Garten. In diesem Zusammenhang verfasste er auch ein Gartengestaltungs- und Pflanzungsbuch, in dem er Pflanzpläne und ein Verzeichnis über die vielen verschiedenen Pflanzenarten anlegte. Er experimentierte immer wieder auch mit den Pflanzen und veredelte einzelne Sorten. Haake war zudem Mitglied im Gartenbauverein.

„Depot-Dienstag“, 2. Juni 2020

Hammerklavier
In unseren Häusern könnt ihr immer wieder in vergangene Jahrhunderte eintauchen und einen Einblick in das Leben zur damaligen Zeit erhalten. Dieses Hammerklavier aus dem späten 19. Jahrhundert beispielsweise findet ihr in der Stube der Wehlburg. Hausmusik wurde im 18. Jahrhundert nicht nur im städtischen bürgerlichen Haushalt, sondern auch in großbäuerlichen
Haushalten praktiziert. Die Kinder und Jugendlichen wurden von den ansässigen Tanzmeistern im Musizieren, im Tanzen und in weiteren gesellschaftlichen Gepflogenheiten unterrichtet. In den meisten großbäuerlichen Haushalten erhaltene Notenblätter geben dank ihrer Gebrauchsspuren Aufschluss über die musikalischen Vorlieben ihrer Benutzer*innen und zeigen uns, dass man
musikalisch auch auf dem Land mit der Zeit ging.

„Depot-Dienstag“, 19. Mai 2020

Kleiderschrank aus Eichenholz
Da Sie unsere Möbel-Ausstellung zur Zeit nicht besuchen können, zeigen wir Ihnen heute eins unserer Möbelstücke! Der Kleiderschrank aus Eichenholz ist auf das Jahr 1813 datiert und wurde in Lähden/Hümmling im Landkreis Emsland erworben. Er ist mit kunstvoll geschnitzten Blumenmotiven verziert, darunter auch Tulpenblüten.
Die Tulpe, die heute in Deutschland zu den beliebtesten Blumen zählt, kommt ursprünglich aus Asien und findet Mitte des 16. Jahrhunderts ihren Weg nach Europa. Dort wird die teure Blume bald zum seltenen Sammelobjekt und zum Statussymbol. In den Niederlanden entsteht bald eine regelrechte "Tulpenmanie", denn ab circa 1633 steigen die Preise für Tulpenzwiebeln immer stärker an und man beginnt sogar, mit Tulpenanteilen zu handeln! Fünf Jahre später bricht der Markt dann zusammen. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wird die Tulpe schließlich zunehmend zu einem beliebtes Motiv und schmückt zunehmend u.a. Vasen, Schmuck, Fliesen und eben Möbel.

„Depot-Dienstag“, 28. April 2020

Bowlengefäß aus emailliertem Glas

Am heutigen "Depotdienstag" stellen wir euch wieder ein Objekt aus unserer neuen Sonderausstellung "Was geht?! Von Feiern und Festen im Nordwesten" vor! Diesmal: Ein Bowlegefäß aus emailliertem Glas, das vermutlich in den 1880er/90er Jahren gefertigt wurde. Es handelt sich dabei um Massenware, die wohl größtenteils industriell produziert wurde.
Die sogenannte "Bowl", die ursprünglich aus Südeuropa kommt, verbreitete sich im 18. Jahrhundert in Deutschland und mit ihr auch das geeignete Tischgerät. Vor allem in gutbürgerlichen Haushalten der Gründerzeit erfreute sich das Gefäß großer Beliebtheit. Dabei kam es jedoch nicht unbedingt zum Einsatz - Vielmehr diente es zu repräsentativen Zwecken! Man stellte es üblicherweise gut sichtbar im Wohnzimmer auf. Damit unterstrich man die in der Gründerzeit so wichtige Etikette - und grenzte sich gleichzeitig bewusst von den unteren Schichten, aber auch von den älteren Generationen ab.

„Depotdienstag“, 21. April 2020

Urne für Asche einer Junggesellenhose
Mit Reliefs verzierte Urne in Form einer Amphore (ca. 1880, Cappeln; Schwarzware, engobiert).
Hierbei handelt es sich nicht, wie man zunächst meinen könnte, um ein Behältnis für die Asche eines geliebten Menschen, sondern die Urne enthält die Asche einer Junggesellenhose! Auch heute noch ist es im Nordwesten durchaus üblich, dass der Bräutigam bei seinem Junggesellenabschied seine Hose verbrennt. Häufig vergraben seine Freunde sie mitsamt einer Tageszeitung und einer Flasche Schnaps in einer Holzkiste. Nach Jahresfrist oder wenn sich Nachwuchs ankündigt, graben sie alles wieder aus und begießen gemeinsam das freudige Ereignis.
Das Objekt wird neben vielen anderen in unserer neuen Sonderausstellung „Was geht?!“ zu sehen.

„Depot-Dienstag“, 14. April 2020

Harmonika „Modell Club II“ der Marke Hohner

Heute stellen wir euch ein Objekt vor, das in unserer Sonderausstellung „Was geht? Von Feiern und Festen im Nordwesten“ zu sehen sein wird. Die Harmonika „Modell Club II“ der Marke Hohner kam um 1930 auf den Markt und war ein Instrument für jede*n – denn sie war verhältnismäßig preisgünstig und leicht zu spielen. Die sogenannte diatonische, wechseltönige Harmonika mit zwei Tonarten und Halbtönen in einer dritten Reihe diente in der Volksmusik häufig als Begleitinstrument, fand aber durchaus auch in Harmonikaorchestern Verwendung.

„Depot-Dienstag“, 7. April 2020

Lammbackform
Das aus Teig gebackene Osterlamm darf an Ostern bei vielen von uns nicht fehlen. Doch wo kommt dieser Brauch eigentlich her?
Tatsächlich hat das Lamm schon seit Jahrtausenden einen Symbolcharakter. Im Judentum etwa wurde zum Pessachfest ein Lamm geopfert, um an den Auszug aus Ägypten zu erinnern. Auch im Christentum wird dem Lamm eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben: Es symbolisiert Jesus, „das Lamm Gottes“, und steht damit für Reinheit und Unschuld, aber auch dafür, dass Jesus die Sünden der Menschen auf sich genommen hat. Zum Osterfest wurde Lammfleisch daher traditionell als geweihte Speise verzehrt. Das aus Rührteig gebackene Lamm ersetzt nun häufig dieses Lammfleisch. Und wird am Ostersonntag gerne zum Frühstück serviert!

„Depot-Dienstag“, 31. März 2020

Klapperaffen
Erinnern Sie sich noch an Ihr Lieblingsspielzeug? Weil das Thema zu Hause bleiben ja gerade so aktuell ist, haben wir uns im Depot mal auf die Suche nach Spielsachen gemacht! Mechanisches Spielzeug wie diese Affen zum Aufziehen beispielsweise waren aus den Kinderzimmern der 50er Jahre und später wohl nicht wegzudenken!

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