Forschung

Höchste Eisenbahn


 

Fahrgäste und Bahnpersonal auf einem Gruppenfoto; um 1885 in Südholt  

150 Jahre Eisenbahn in Oldenburg - Eine Ausstellung - Zwei Museen

Am 2. April 2017 wird in Oldenburg und in Cloppenburg die Ausstellung „Höchste Eisenbahn – 150 Jahre Eisenbahn in Oldenburg“ eröffnet. Anlass ist die Gründung der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn-Direktion und die Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke auf Oldenburger Boden im Jahr 1867.

 

Zwei Museen, das Stadtmuseum in Oldenburg und das Museumsdorf Cloppenburg bereiten zurzeit die Ausstellung vor, die an den Standorten der beiden Museen gezeigt wird. Während sich das Oldenburger Stadtmuseum die urbanen Aspekte der oldenburger Eisenbahngeschichte betrachtet, zeigt das Museumsdorf in Cloppenburg die Wirkung der Eisenbahn auf die ländlichen Regionen.

Ansichtspostkarte mit dem Bahnhof Eckwarden. Er war die vorletzt Station auf der Butjadinger Strecke

Kein anderes Verkehrsmittel hat das Leben im Staate Oldenburg stärker verändert, als die Eisenbahn. Dabei war am Anfang gar nicht sicher, ob sich der Bau einer solchen überhaupt lohnt, wenn damit vorwiegend Agrarprodukte transportiert werden sollten. Das Herzogtum Oldenburg war in der Mitte des 19. Jahrhunderts verkehrstechnisch nur schlecht erschlossen und es stellte sich die Frage, ob vorrangig der Chausseebau und der Kanalbau gefördert, oder ob die knappen Gelder auch noch in ein Eisenbahnprojekt gesteckt werden sollten. Man entschied sich für die Eisenbahn und die kommenden Jahrzehnte zeigten, dass dies die richtige Entscheidung war.

Schaftransport in Bockhorn Anfang der zwanziger Jahre

Neun Jahre dauerte es, dann waren die Hauptstrecken gebaut. Sie verbanden Oldenburg mit den Schienensträngen seiner Nachbarländer. Die Oldenburger Landwirtschaft verstand es, die Gunst der Stunde zu nutzen. Düngemittel und Viehfutter wurden importiert und damit konnte die Agrarproduktion gesteigert werden. Es war die Zeit der Industrialisierung. Die Städte wuchsen zu Großstädten heran und auch die Essgewohnheiten der Menschen änderten sich. Man aß mehr Fleisch- und Milchprodukte. Vor allem das Ruhrgebiet entwickelte sich zum idealen Absatzmarkt für oldenburger Erzeugnisse.

Doch nicht nur Landwirte, sondern auch andere oldenburgische Produzenten nutzten die Eisenbahn. Sie exportierten Torf, Ziegel, Fisch, Möbeln und ähnliches mehr. Unsere Ausstellung stellt exemplarisch einige Personen vor, die damals von den neuen Transportmöglichkeiten profitierten.

Große Bedeutung hatte der Tourismus. Die Badegäste reisten mit der Bahn an und die oldenburgische Insel Wangerooge entwickelte sich zu einem attraktiven Seebad. Im Landesinneren brachte die Eisenbahn die Sommerfrischler an den Wochenenden ins Grüne.

 Das Ende des Ersten Weltkrieges brachte auch das Ende der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn. Ab jetzt fuhr hier die Reichsbahn und später die Bundesbahn. In beiden Weltkriegen spielte die Eisenbahn eine wichtige Rolle.  Die Nachkriegszeit brachte den Siegeszug des Automobils, was das Schicksal einiger Strecken und Bahnbauten besiegelte. Heute fährt hier die Nordwestbahn.

Die Ausstellung spannt den Bogen von gestern bis morgen. Von den ersten Planungen bis hin zu Zukunftsvisionen wird das Leben mit der Eisenbahn geschildert.

Kontakt: Florian Nikolaus Reiß
Projekt: Höchste Eisenbahn
Museumsdorf Cloppenburg
Bether Straße 6
49661 Cloppenburg
Telefon 04471/9484-30
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