Ausstellungen

Landschaft und Lebenswelt

Umweltgeschichte(n) des Nordwestens. Dauerausstellung mit informativer GUIDE-Führung


streuobst

 

Das Thema Umwelt hat Konjunktur.

Der umweltgeschichtliche Blick in die Vergangenheit kann hierbei helfen, Verständnis für die komplexen gesellschaftlichen und ökologischen Zusammenhänge zu wecken. Dabei zeigt sich, dass die modernen Probleme und Überlegungen in Grunde genommen keineswegs neu sind: Bei der Betrachtung früherer Umweltbedingungen, ihrer Entwicklung, Wahrnehmung und Beeinflussung durch den Menschen treten zahlreiche Parallelen zur heutigen Zeit zu Tage. Unsere vorgeblich modernen Verhältnisse finden so ihre Wurzeln oder Vorläufer zumeist schon in der vormodernen Epoche. Gerade ländliches Leben und Wirtschaften war und ist seit jeher unabdingbar mit seinem natürlichen Umfeld verwoben. Das Wechselspiel natürlicher und menschlicher Kräfte hat unsere Geschichte ebenso nachhaltig geprägt wie die umgebende Natur. Kulturgeschichte und Kulturlandschaft sind spätestens seit der ersten Sesshaftwerdung des Menschen untrennbar miteinander verwoben; stetig intensiviert, als Wälder gerodet, Sümpfe trocken gelegt, Äcker kultiviert, Siedlungen gegründet und ausgeweitet wurden.

scheune

 

Freilichtmuseen bieten wie keine andere Museumsform die Chance, derartige Umweltgeschichte(n) zu erzählen und so für das fortbestehende Abhängigkeitsverhältnis von Mensch und Umwelt zu sensibilisieren. Überall trifft man auf Zeugnisse der vielfältigen Naturverwiesenheit und Naturnutzung des Menschen. Natur war und ist Chance und Begrenzung zugleich. Das Museumsdorf Cloppenburg möchte diese Perspektive – auch und gerade im Hinblick auf kommende Herausforderungen – zukünftig stärker in seine Dauerausstellung und Vermittlungstätigkeit einbeziehen und so neue Blickwinkel nicht zuletzt auf Altbekanntes aufzeigen.

Schauplätze der Umweltgeschichte

Die vorhandenen Gebäude und Geräte, Landschaftselemente wie Esch und Acker, Streuobstwiesen, Walhecken, Kopfweiden oder Heideflächen werden so zu Schauplätzen der Umweltgeschichte. Ackerbau und Markennutzung, Waldnutzung und Forstwirtschaft, Viehhaltung und Düngung, Bautätigkeit und Hausformen, Rohstoffkonflikte und Agrarreformen, Nachhaltigkeit und Landschaftsbilder sind Stichworte, um die es gehen wird. Epochenspezifisch in das jeweilige bauliche und geographische Umfeld des Nordwestens eingeordnet soll dabei der Blick für das große Ganze der Mensch-Umwelt-Beziehung geschärft werden. Ein neu eingeführter Multi-Media-Guide für Schulklassen, junge Erwachsene und Familien begleitet das Thema ebenso wie bewährte und neu entwickelte pädagogische Angebote des Museums.