Aus dem Karton ins Regal – Die Textilsammlung des Museumsdorfes Cloppenburg erhält einen neuen Platz


Kinderschuhe

 Das Museumsdorf Cloppenburg besitz eine große Sammlung an historischen, traditionellen und modernen Kleidungsstücken des 19. und 20. Jahrhunderts. Den Grundstock für die Sammlung legte bereits der Gründer des Museumsdorfes Heinrich Ottenjann, als er in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts mehrere reich verzierte Trachtenhauben erwarb, die zur Sammlung König gehören. Sowohl er als auch seine Nachfolger erweiterten die Sammlung stetig, so dass sie gegenwärtig mehr als 3.000 Kleidungsstücke umfasst.
Die Sammlung zeichnet sich besonders durch seine Vielzahl an niedersächsischen Trachten aus, die Zeugnis der traditionellen Lebensweise der heimischen Landbevölkerung des 19. und 20.Jahrhunderts sind. Neben Kleidern, Röcken und Blusen umfasst der Bestand vor allem Schultertücher, Schürzen und Hauben. Diese variieren in ihrer Gestaltung und im Material und wurden zu unterschiedlichen Gelegenheiten getragen. So gibt es neben schlichten Wolltüchern, Damasttücher mit aufwendiger Stickerei, neben klassischen weißen Sonntagsschürzen aus Baumwolle, reich bestickte Seidenschürzen und neben einfachen Hauben für die Nacht, solche, die mit Gold- und Silbergarn verziert waren. Weiterhin finden sich auch Accessoires wie Kragen, Schlipse, Handschuhe, Tanzplaketten und Geldkatzen in der umfangreichen Trachtensammlung des Museumsdorfes.

Die Textilsammlung des Museumsdorfes zeichnet sich aber nicht nur durch die Trachten aus. Auch Paramente, Uniformjacken, Fracks, Caraco-Jacken, Brautkleider und Weißwäsche gehören zur facettenreichen Sammlung. Besondere Stücke finden sich zudem bei der Kinderkleidung. Neben aufwendig gestalteten Taufkleidern gibt es handgefertigte Schühchen, einen Puck und eine Stoffwindel.

Schuhe

Bedingt durch die Größe der Sammlung und durch Platzmangel wurden die Kleidungsstücke jedoch mehrere Jahre in Kartons gelagert, wodurch die wissenschaftliche Bearbeitung des Bestandes stark eingeschränkt war. Dieses Problem konnte im April 2016 gelöst werden, als im Zuge des Umbaus des Depots Münchhausenscheune ein Regalsystem zur fachgerechten Unterbringung der Textilsammlung des Museumsdorfes eingebaut wurde. Die Aufgabe, die Kleidungsstücke aus den Kartons auszupacken sowie sortiert und fachgerecht in die Regale einzubringen, bildete die Basis meines MUSEALOG-Projektes. Bevor die Textilien jedoch in das Regal eingeräumt werden konnten, musste sie vermessen und fotografiert werden, damit neben der Beschreibung und Datierung auch die Grunddaten in die Museumsdatenbank eingepflegt werden konnten.

Kristin Otto